PISA - Informationen auf elternrat.de

Im Jahre 2001 hat die PISA Studie der OECD eine katastrophale Bildungssituation an deutschen Schulen festgestellt. Sehen Sie hierzu einen Bericht des WDR (RealPlayer benötigt).

"Wer bei der PISA-Studie einen der oberen Ränge belegen möchte, hat zwei Möglichkeiten", so Prof. Dr. Peter Struck von der Hamburger Universität . Entweder er greift auf alte Lehrmethoden zurück, wie es in den 50er Jahren in Deutschland der Fall war, und wie es heute noch in Japan und Korea exerziert wird. Oder er gestaltet Schule zukunftsorientiert, wie es bereits in skandinavischen Ländern Gang und Gebe ist. Auch Finnland hat einen der oberen Rangplätze belegt. (Quelle WDR)

Sicherlich ist die Rückkehr zu den alten Bildungsmethoden nicht der richtige Weg für unsere Kinder. Also sollten wir uns vielleicht einmal ansehen, was die anderen, insbesondere die skandinavischen Länder besser machen. Der Erfolg unserer Kinder in Ihrem späteren Leben hängt davon ab, aber letztendlich auch der Erfolg Deutschlands als Wissens- und Technologienation.

Aktuelle PISA Studie: auch 2004 weiterhin massive Kritik am deutschen Schulsystem

Das deutsche Bildungssystem landete bei der PISA-Studie 2001 auf dem viertletzten Platz. Da fragt man sich, wie sieht die Schule in anderen Ländern aus ?

Besonders gut hat das finnische Bildungssystem abgeschnitten. Was macht man in Finnland besser ?

Der Unterricht in Finnland zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass nicht bloß ein Frontalunterricht stattfindet, bei dem jeder Schüler isoliert lernt, sondern dass der Lehrer den Schülern das Lernziel umreißt und diese sich dann gemeinsam den Lernstoff erarbeiten. Oftmals werden Teilaspekte des Lernstoffes auf verschiedene Gruppen verteilt, die anschließend die Ergebnisse untereinander austauschen und erörtern.

Dieser Art des Lernsystems führt zu einem besserem Verständnis des Lernstoffes und vor allem auch die schwächeren Schüler werden hierbei durch die besseren gefördert. Die Lehrer begleiten die Schüler eher beim Lernen, als dass sie Ihnen bloß den Lernstoff vortragen. Ein "Aussortieren" der Schüler nach Leistung durch die Lehrer findet findet praktisch nicht statt und selbst behinderte Kinder finden ihren Platz in "normalen" Schulen..

Weiterhin zeichnet sich Finnland durch Ganztagsschulen mit kostenlosem Mittagessen und meist kostenlose Lehrmittel aus. Kinder werden in Finnland erst mit dem 7. Lebensjahr eingeschult.

Was hat sich nun in Deutschland seit 2001 getan ?

Aufgrund des durch die PISA-Studie 2001 verursachten großen Aufruhrs in Bevölkerung und Medien sah die Politik sich gefordert, Handlungsbereitschaft zu offerieren. Die angekündigten Maßnahmen zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass mehr Unterricht, Ganztagsschulen und ein frühere Einschulung (5. Lebensjahr) gefordert wurden. Eine geänderte Lernmethodik, wie in der Studie gefordert, war nur selten Gegenstand politischer Überlegungen und Äußerungen.

Trotz der vielen Ankündigungen hat sich in der Praxis bislang nur wenig getan. Meist scheitern in Aussicht gestellte Änderungen daran, dass nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt wurden, was in der aktuellen Studie 2004 zu erneuter herber Kritik der OECD geführt hat. Auch nach 3 Jahren hat sich für die jetzige Schülergeneration nicht viel geändert.

Vor allem die Lernmethodik ist an vielen Schulen unverändert: Frontalunterricht statt Gruppenarbeit, nur gelegentlich unterbrochen von einigen Alibi-Projektarbeiten. Weiterhin geht es in der Reihenfolge: Stoff unter Druck durchpauken - Stoff abfragen oder Arbeit schreiben - das meiste davon anschließend wieder vergessen. Eine echte Verinnerlichung des Lehrstoffes findet so nicht statt. Deshalb beherrschen viele Abiturienten nicht einmal mehr Dreisatz oder Prozentrechnung.

Gerade durch Qualitätsverbesserung in der Lernmethodik besteht die Möglichkeit, mit äußerst geringem Kostenaufwand auch schon für die jetzige Schülergeneration kurzfristig entscheidende Verbesserungen zu erzielen. Die Schulen müssen nur dazu bereit sein, sich dieser Herausforderung zu stellen. Wenn Sie als Eltern solche Verbesserungen wünschen, dann nutzen Sie Ihre Einflussmöglichkeiten im Rahmen der schulischen Elternmitwirkung.

Deutschland spart sich die Bildung (spiegel.de)
Das System ist gescheitert (spiegel.de, kostenpflichtig)

Michael Rettkowitz, 2004